Chance-21 – wer wir sind – was wir wollen

Unser Selbstverständnis
Die Chance 21 ist eine politische Bewegung, welche die politische Partizipation des Individuums sichern und durch Diskurse anregen will. Mündige Bürger sollen sich in einer demokratischen und pluralistischen Gesellschaft eine eigene politische Meinung bilden können. Gute Argumente sollen sich in einem fair geführten Dialog durchsetzen können und nicht durch parteipolitische Diffamierungen, Intrigen, Macht- und Geldspiele ausgebremst werden. Die Chance 21 steht ein für Transparenz und Authentizität in der Politik. Sie achtet Würde und Wert aller Volksgruppen und Kulturen. Deren eigenständige Entwicklung muss gegen Übergriffe einer globalisierten Kommerzkultur und vor «multikultureller» Gleichmacherei gestärkt und gefördert werden.
Das weit verbreitete, einseitig materialistische und alles trennende Weltbild genügt uns als Grundlage unseres Seins nicht. Wir setzen auf ein ganzheitliches Verständnis von Geist, Seele und Materie.
Wir sind davon überzeugt, dass die Globalisierung die wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Ungleichgewichte nicht mildert, sondern verschärft. Am wirkungsvollsten kann den Globalisierungstendenzen vor Ort, in den Gemeinden, im Kanton, im eigenen Land, entgegengetreten werden. Das heisst konkret: Schutz und Entwicklung der kleinräumigen, sozialen, wirtschaftlichen und politischen Strukturen, der direkten Demokratie und der Volkssouveränität.
Die positiven Errungenschaften unserer Demokratie sind das Ergebnis des Zusammenspiels vieler Parteien von rechts bis links. Wir bemühen uns um eine Synthese dieser positiven Beiträge und sind für Gespräche nach allen Richtungen offen.


Unsere wichtigsten Anliegen

  • 1. Stärkung der direkten Demokratie und des Friedens

Wir setzen uns ein für die Wahrung, Stärkung und Entwicklung der direkten Demokratie, Volkssouveränität, Föderalismus und direkt-demokratische Entscheidungsverfahren. Wir engagieren uns kompromisslos für den Frieden: Ächtung des Krieges (auch sogenannter «humanitärer» Kriege), Abrüstung, demokratische internationale Rechtsordnung, Respektierung nationalstaatlicher Souveränität, Absage an Grossmachtpolitik und für eine gerechtere Weltwirtschaftsordnung.

  • 2. Staatspolitisches Modell der Schweiz

Das Modell eines direktdemokratischen, selbstbestimmten und neutralen Kleinstaates ist zu schützen. Als Basisdemokraten lehnen wir hierarchisches Denken und persönliches Regiment ab. So ist der Bundesrat nach unserem Verständnis keine selbstherrlich entscheidende Behörde.
Der Begriff «Neutralität» bedeutet für uns nicht Opportunismus oder Egoismus, sondern das strikte Einhalten einer fairen Innen- und Aussenpolitik, welche dem Machtstreben einzelner Interessengruppen eine klare Absage erteilt.
Da die Politik von EU und NATO den beschriebenen Zielen diametral entgegenläuft, schliessen wir einen Beitritt zu EU/EWR oder einen Anschluss an die kriegstreibende NATO und ihre Suborganisation „Partnerschaft for Peace“ (PfP) aus.

  • 3. Gesellschaft des Miteinanders

Unterschiedliche Geisteshaltungen und Konfessionen sollen sich im Umfeld von Toleranz und Nächstenliebe weiter entwickeln können. Wir wenden uns gegen Gewalt, Rassismus und Sexismus, aber auch gegen die Tendenz, unter dem Banner der «political correctness» die freie Meinungsäusserung einzuschränken.
Die beste Migrationspolitik ist eine Aussenpolitik, die Recht vor Macht setzt, jedem Volk und Land Ressourcen und Souveränität belässt und auf imperiale Dominanz und Ausbeutung verzichtet. Unsere Flüchtlings-, Ausländer- und Einbürgerungspolitik zielt auf eine Kultur der Gastfreundschaft ab. Vom Gast erwarten wir Respekt vor unserer Kultur und unseren Gepflogenheiten. Bei der Einwanderung haben anerkannte Flüchtlinge klar Vorrang vor anderen Ausländern.

  • 4. Qualitative Entwicklung der Volkswirtschaft

Wirtschaftliche Aktivität hat den Menschen zu dienen und nicht umgekehrt. Hauptziel der Volkswirtschaft kann nicht der Profit für einige wenige sein. Eine ganzheitliche, soziale und ökologische Wirtschaftspolitik richtet sich nach ethischen Werten: Lebens- und Arbeitsqualität, Nachhaltigkeit, hochwertige Produktqualität, Vermeidung von Arbeitslosigkeit und Armut, existenzsichernde Löhne, Rücksichtnahme auf private Beziehungen, soziale
Netze, Kinderbetreuung und Freiwilligenarbeit.
Da auf die «Global Players» wenig Verlass ist, richten wir unsere Wirtschaftspolitik auf die eigentlichen Träger unserer Volkswirtschaft aus, d.h. auf jene Betriebe, die die meisten unserer Arbeitsplätze sichern: die kleinen und mittleren Unternehmen (KMU), die Gewerbe- und Bauernbetriebe. Zum Schutz der endlichen Ressourcen, zum Erhalt kleiner Strukturen und als Vorbeugung gegen Machtkonzentration soll jedes Unternehmen sein eigenes Wachstum hinterfragen und allenfalls begrenzen. Eine gute Qualität der Dienstleistungen wie Service Public, Gesundheitswesen, Bildungswesen, Wasserversorgung, Landwirtschaft usw. sind durch den Staat sicher zu stellen.
Wir möchten unsere Geldpolitik und somit auch unser Volks- und unsere Privatvermögen nicht der Spekulation und den unsäglichen Geldschöpfungsgewinnen der Geschäftsbanken ausliefern. Daher wollen wir den Banken die Giral- oder Buchgeldschöpfung vollständig entziehen und diese Funktion der neuen, vierten Gewalt im Staat, der „Monetative“ übertragen.

  • 5. Schutz der natürlichen Vielfalt und der ökologischen Kreisläufe

Wir treten ein für die Stärkung der natürlichen und sozialen Ökologie (Ökos = das gemeinsame Haus): Vorrang des lokalen Wirtschaftens vor riesigen Binnen- und Weltmärkten sowie Schutz gesunder Lebensbedingungen aller Bürgerinnen und Bürger. Soziale Netze sind zu erhalten, Arbeitgeber und Arbeitnehmer haben gegenseitig Rücksicht zu nehmen, Familienarbeit und Freiwilligenarbeit sind wertzuschätzen.
Anzustreben ist eine ganzheitlich persönliche und gesellschaftliche Entwicklung bei gleichzeitiger Reduktion von Energie- und Ressourcenverbrauch auf ein regenerierbares Mass. Wir treten für die Stärkung der Lebensbewältigung vor Ort ein. Nur sie kann dem unsinnigen Hin- und Herschieben von Menschen, Waren und Dienstleistungen über riesige Distanzen (mit entsprechendem Ressourcenverschleiss) ein Ende setzen. Erst Kleinräumigkeit ermöglicht eine wirksame Kontrolle der Arbeits-, Herstellungs- und Produktqualität.
Wir weigern uns, noch mehr Strassen zu bauen und dafür unsere Steuergelder und Landressourcen zu verschwenden. Der Zerstörung der Artenvielfalt und des gemeinsamen Lebensraums von Mensch, Tier und Pflanze muss Einhalt geboten werden.
Die Förderung dezentraler, sozialer und wirtschaftlicher Strukturen ist uns ein Anliegen. Das Bauernsterben muss gestoppt und langfristig muss wieder die Eigenversorgung (Ernährungssouveränität) mit qualitativ hochwertigen Lebensmitteln angestrebt werden. Bei der Herstellung tierischer Produkte ist die Würde der Tiere zu respektieren.
Die katastrophalen Auswirkungen der grossindustriellen Intensivlandwirtschaft (insbesondere der EU) auf Bauern und Konsumenten sind für uns inakzeptabel.

  • 6. Sicherheit grundlegend garantieren

Sicherheit vor den unabsehbaren Risiken der Grosstechnologie (Kernkraft, Nano-, Gentechnologie usw.) lässt sich nur durch deren Verbot bzw. Ersatz durch kleinräumig wirkende Technologien mit minimalem Gefährdungspotential erreichen.
Sicherheit vor Kriminalität und Terror ist durch gut ausgebildete und ausgerüstete Polizei- und Grenzkorps auf rechtsstaatlich einwandfreie Art zu gewährleisten.
Zur Wahrung der Unabhängigkeit des direktdemokratischen Kleinstaates Schweiz brauchen wir eine glaubwürdige Verteidigungsarmee. Die Einbindung unserer Armee in NATO und UNO-Truppen sowie alle daraus resultierende Finanz- und Rüstungsbeschlüsse lehnen wir ab.

  • 7. Soviel Staat wie nötig

Wir setzen uns für einen Staat ein, der mit unseren Steuergeldern haushälterisch umgeht und nur soviel reguliert wie unbedingt nötig. Die Früchte unserer Arbeit sollen nicht in Bürokratie und Korruption verloren gehen oder für Grossmachtstreben, militärische Aufrüstung und Krieg verwendet werden, sondern für mehr Lebensqualität, Kultur, Bildung, soziale Wohlfahrt, einen funktionierenden Service Public und für sinnvolle internationale Solidarität (z.B. mit Mikrokrediten an Kleingewerbler).
Die Vermeidung sozialer Not durch den Schutz von kleinräumigen, wirtschaftlichen und nachbarschaftlichen Netzen und durch eine ganzheitliche Wirtschaftspolitik geht der Sozialpolitik im engeren Sinne vor. Sozialpolitik muss sich in die Gesamtschau einer sozialen Ökologie eingliedern. Wo möglich geht es um die Wiedereingliederung Bedürftiger in soziale und wirtschaftliche Netze, damit diese Menschen Würde und ein gewisses Mass an Selbstverantwortung behalten können. Dennoch darf der Gehalt unserer Sozialversicherungen nicht angetastet, sondern muss für die weitere Zukunft gesichert werden. Daher dürfen die Sozialversicherungen keine Luxusaufgaben übernehmen wie z.B. die Finanzierung von Lifestyle-Therapien und -Medikamenten.
Durch die Kontrolle der öffentlichen Hand soll sichergestellt werden, dass lebenswichtige Funktionen für unser Land (Energie, Wasserversorgung, Transport, Kommunikation, Finanzsysteme, Sicherheit...) gewährleistet und der Spekulation entzogen sind.
Die Freiheiten des einzelnen Bürgers, der einzelnen Bürgerin, sind so wenig wie nur möglich einzuschränken. Darunter verstehen wir u.a. auch die Freiheit, uns oder unsere Tiere impfen zu lassen oder nicht.

  • 8. Wertschätzung menschlichen Lebens

Die Unantastbarkeit des menschlichen Lebens bedarf des Schutzes und der Bestätigung durch Politik und Recht. Wir gehen davon aus, dass in der reichen Schweiz genügend Ressourcen vorhanden sind, um Kranken, Behinderten und Betagten eine angemessene Fürsorge bis ans Lebensende zu gewährleisten. Eine blinde Ökonomisierung, die therapeutische Beziehungen und Pflegequalität bedroht, lehnen wir ab. Das bedeutet eine grundsätzliche Umorientierung der Medizin, worin der Mensch nicht als chemisch-physikalische Maschine, sondern als ganzheitliches leiblich-seelisch-geistiges Wesen verstanden wird. In der Gesundheitspolitik setzen wir folgende Prioritäten: genügend Zeit und Personal für eine optimale Betreuung im Pflegesektor, Stärkung des «mündigen Patienten» u.a. durch Verteidigung der freien Arztwahl, Förderung der Forschung und der Qualität komplementärmedizinischer Methoden. Wir unterstützen insbesondere die präventive Gesundheitsvorsorge als Ausdruck der Selbstverantwortung.

  • 9. Familienpolitik

Wir setzen uns für eine Familienpolitik ein, welche die Rolle der Familie als wichtigste Keimzelle der Gesellschaft anerkennt und fördert (ob traditionell oder in anderen Formen), aber gleichzeitig auch beiden Geschlechtern ermöglicht, ihre Entwicklungsmöglichkeiten in Familie und Beruf wahrzunehmen. Dazu gehören eine kinderfreundliche Steuerpolitik, geeignete Infrastrukturen und verbesserte Möglichkeiten zur Teilzeitarbeit. Trotz diesen Hilfestellungen muss die Verantwortung für die Kinder und deren Erziehung bei den Eltern bleiben.

  • 10. Bildungspolitik mit gleichen Chancen für Alle

Wir wollen das hohe Bildungsniveau in unserem Land behalten und weiter stärken. Der ganzheitliche Ansatz ist uns auch in der Bildungspolitik wichtig. Wir lehnen die Verschulung von Kleinkindern und Kindergarten ab. In der Primarschule sind nicht nur Wissen und Können, sondern Werte und Tugenden zu vermitteln, welche der persönlichen Entwicklung, der Freiheit und der Verantwortung des Menschen dienen. Die Lernenden sollen für den Respekt gegenüber anderen Menschen und der Natur sensibilisiert werden. Bildung ist demzufolge nicht nur auf wirtschaftliche Verwertbarkeit auszurichten, sondern soll auch der Lebensschulung dienen sowie zur kulturellen Vielfalt und zum Zusammenhalt der Schweiz beitragen. Die andauernden und planlosen Bildungsreformen
unterstützen wir nicht.