Der Kapitalist                       (von Khalil Gibran)

Auf meinen Streifzügen kam ich einmal auf eine Insel, auf der ein Monstrum lebte, das einen
menschlichen Kopf und eiserne Hufe hatte. Ununterbrochen sah ich es von der Erde essen und
vom Meer trinken. Nachdem ich es eine ganze Weile beobachtet hatte, näherte ich mich ihm und
sagte:
"Bekommst du denn nie genug davon? Wird dein Hunger nie gesättigt und dein Durst nie gestillt
werden?" Das Monstrum antwortete: "Doch, ich bin gesättigt; ich bin sogar des Essens und Trinkens überdrüssig! Aber ich habe Angst, dass es morgen keine Erde mehr geben wird, von der ich essen
kann, und kein Meer, von dem ich trinken kann."


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Wolfgang Hingst: Klein ist fein
Warum ökologische Politik sich der EU-Globalisierung widersetzen muss.
Vortrag bei der Mitgliederversammlung von CHance-21 in Luzern am 27. Mai 2003.
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Allerweltsmenschen

Will man sie verurteilen, so weiss man nicht wo einsetzen. Will man sie verspotten, so ist nichts komisches an ihnen. Sie schwimmen im breiten Strom der Mode und stimmen überein mit der schmutzigen Welt und doch heucheln sie in ihrem Dasein Gewissenhaftigkeit und Treue und in ihren Handlungen Unbestechlichkeit und Reinheit. Die Masse ist mit ihnen zufrieden. Sie selbst halten sich für recht, und doch kann man nicht gemeinsam mit ihnen wandeln.
Sie reden über Enthusiasten: "Warum so hoch hinaus? Ihre Worte stimmen nicht zu ihrem Wandel, und ihr Wandel stimmt nicht zu ihren Worten." Und über die Entschiedenen reden sie: "Warum sind sie solche Sonderlinge und so kühl und zurückhaltend? Wer in dieser Welt lebt, muss auch mit dieser Welt mitmachen. Wenn man nur anständig ist." So schmeicheln sie wie Eunuchen um die Welt herum, diese Gerechten im  Lande!

                                                                Aus den Gesprächen des Mong Dsï
                                                                chinesisch, 4.-3. Jahrhundert v. Chr.